Cloud Europa

Wolken Europa

Der EuGH entscheidet über den Zugang zu europäischen Datenbanken Haben US-Behörden, die die Übergabe von Verbraucherdaten von US-Unternehmen mittels eines Durchsuchungsbefehls fordern, auch Anrecht auf im Auslandbereich - zum Beispiel in Europa - gespeicherte Verbraucherdaten? Inzwischen liegt diese Angelegenheit vor dem Obersten Gericht. Das US-Höchste Gericht wird dann darüber befinden müssen, ob Microsoft den US-Forschern die auf irischen Servern gespeicherten Informationen zur Verfügung stellen muss.

Nach Ansicht von Microsoft lässt das entsprechende Gesetzentwurf von 1986 die Problematik offen, da der gesetzgebende Organisator zu diesem Zeitpunkt keine Cloud kennt. Der US-Regierung ist widersprochen und droht, dass eine Gerichtsentscheidung zugunsten von Microsoft die Beweissicherung - einschließlich Kinderpornographie - behindert. Zuvor hatten zwei Gerichtshöfe noch keine Einigung erzielt.

Aus diesem Grund ist der Oberste Gerichtshof nun für den Rechtsstreit zuständig. Darüber hinaus haben mehr als 30 nicht teilnehmende Unternehmen - andere IT-Gruppen, Interessenvertreter und selbst die EU - Kommentare zu diesem Vorgang abgegeben. Es ist zu erwarten, dass die getroffene Wahl einen weitreichenden Einfluss auf das Cloud-Geschäft von US-Unternehmen haben wird. Sie befürchtet, dass Milliarden verluste entstehen, wenn die US-Behörden auch im grenzüberschreitenden Bereich auf Informationen zurückgreifen können.

Der Europäischen Kommission liegt ein großes Interessengebiet vor, nicht nur, weil es sich um EU-Bürger handelt, sondern auch, weil hier unterschiedliche rechtliche Normen im Widerspruch stehen. Die in Irland verarbeiteten und verarbeiteten Informationen unterliegen dem Gemeinschaftsdatenschutz. Mit einem Beschluss des Obersten Gerichtshofs wird bis voraussichtlich Anfang Juli gerechnet. Letztendlich könnte die Lösung aber auch von der politischen Seite übernommen werden:

Im US-Kongress hat eine Senatorengruppe bereits einen Gesetzentwurf zum Cloud Act ("Clarifying Lawful Overseas Use of Data") vorgelegt, wonach auch für im Auslande gespeicherte Informationen durchsuchbar ist. Selbst wenn die Forderungen der US-Regierung grundsätzlich befriedigt würden, befürwortet unter anderem Microsoft die Absichten.

Wolken-Computing: Wolken über Europa

Auf Cloud Computing vertrauen vor allem die deutschen Firmen. Aber ein Stillstand bei Amazon Web Services und die neue Datenschutzrichtlinie von Donald Trump treiben die Menschen zum Denken an und werden in Europa und der übrigen Welt immer populärer. Alleine in Deutschland nutzten bereits im vergangenen Jahr zwei von drei Firmen die Cloud.

Im Jahr 2015 waren es 54% und im Jahr 2014 44%. Der Cloud Monitor 2017, der kürzlich von der Bitkom Research und der Managementberatung KPMG veröffentlicht wurde, zeigt die Zahlen: "Cloud Computing hat sich innerhalb weniger Jahre zur Basis-Technologie für die Digitalisierung entwickelt", sagt Axel Polis, Managing Director von Bitkom Research. Polen: "Cloud Computing macht betriebliche Abläufe effizient und erlaubt die Erschließung von neuen, digitalen Geschäftsmodellen.

Für das aktuelle Jahr erwartet das US-Marktforschungsunternehmen ein Umsatzplus von 18 Prozentpunkten bei Public Cloud Services auf fast 247 Mrd. US-Dollar im weltweiten Vergleich. Der Cloud-Markt wird laut Sig Nag, Research Director der Firma Gärtner, in eine Stabilisierungsphase einsteigen. "Mit 18 Prozentpunkten im Jahr 2017 ist das größte Wirtschaftswachstum zu verzeichnen, danach wird es sich in den nächsten Jahren wieder etwas abschwächen", sagt der Direktor von Gärtner voraus.

Dies schmälert jedoch nicht die positive Einschätzung des Cloud-Geschäfts bei Gärtner. "â??Cloud Computing ist der bedeutendste Trendsetter, wenn es darum geht, in den nÃ?chsten zehn Jahren neue und bestehende Apps zu entwickeln und anzupassenâ??, sagt Donna Scott, Vice President und angesehene Analystin bei der Firma Wartner. Am stärksten wuchsen in diesem Jahr die Experten im Geschäftsfeld Infrastructure-as-a-Service (IaaS) mit 36,8 Prozentpunkten, gefolgt von Software-as-a-Service (SaaS) mit einem Zuwachs von gut 20 Prozentpunkten.

Hinterherhinkende sind Business Process as a Service (BPaaS) mit einem Zuwachs von " nur " 7,2 Prozentpunkten und Cloud Advertising mit einem erwarteten Zuwachs von 15,8 Prozentpunkten. Im Gegensatz dazu dürften sowohl Cloud Management und Security Services mit einem Zuwachs von 22,6 Prozentpunkten als auch Platform-as-a-Service (PaaS) mit einem Zuwachs von 23,5 Prozentpunkten in diesem Jahr überproportional zulegen.

Das Aufdecken der weit reichenden Internetüberwachung des Informanten Edward Snowden durch den US-Geheimdienst NSA im Hochsommer 2013 hatte Auswirkungen auf das gerade erst an Dynamik gewonnene Cloud-Geschäft, vor allem in Europa. Zahlreiche Firmen, insbesondere in sicherheitsrelevanten Umgebungen, haben ihre Planungen zur Auslagerung ihrer Rechenleistung in ein virtuelles Rechenzentrum überdacht. "â??Die Ã?berwiegende Mehrzahl der Firmen vertraut auf die QualitÃ?t ihrer Datenschutzlösungen in der Cloudâ??, sagt Marko Vogel, Director of Cyber Security bei KPMG.

In dem bereits genannten und von Bitkom und KPMG geführten Cloud-Monitor geben 57 Prozentpunkte der Teilnehmer an, dass ihre Firmendaten in der öffentlichen Cloud "sehr sicher" oder "ziemlich sicher" sind. Lediglich 4 Prozentpunkte betrachteten ihre Angaben als "sehr unsicher" oder "ziemlich unsicher". Laut KPMG-Mann Vogel sind Firmendaten in der öffentlichen Cloud ebenso gut abgesichert wie in den hauseigenen IT-Systemen".

Die Bewirtung auf virtuellem Server in der Cloud hat sich von einem Exotenangebot zu einer ernstzunehmenden Variante aufgesetzt.

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