Inventar

Bestand

Die Inventur ist eine Bestandsaufnahme aller Vermögenswerte und Schulden eines Unternehmens. Die Inventur bezieht sich auf alle Gegenstände, die Eigentum des Unternehmens sind. Worin besteht der Unterschied zwischen Bilanz und Inventar?

mw-headline" id="Allgemeines">Allgemeines[Bearbeiten | < Quelltext bearbeiten]

Der vorliegende Beitrag stellt den Bestand im Wirtschaftsrecht dar; weitere Bedeutung unter Bestand (Begriffsklärung) Durch einen solchen Sticker mit Inventarnummer gekennzeichnet. Die Bestandsaufnahme (lateinisch inventarisch, "Totalität des Gefundenen") ist eine Bestandsaufnahme aller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten eines Betriebes zu einem bestimmtem Zeitpunkt. Der Bestandsaufnahme ging die Bestandsaufnahme voraus.

Das Ergebnis der Inventurarbeiten ist in einem Register namens Inventarschrift festzuhalten. Grundvoraussetzung für eine ordnungsgemäße Rechnungslegung und Berichterstattung ist, dass zu Beginn und am Ende des Geschäftsjahres eine Bestandsaufnahme der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Unternehmens vornimmt. 1 ] Sie belegen, dass Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wirklich vorhanden sind. Die Nachweise über physisch vorhandene Vermögenswerte erfolgen innerhalb des Inventars durch Zählen, Vermessen oder Abwägen.

In römischem Recht hat Justinian I. 531 n. Chr. das Recht eingeführt, ein Inventar (lateinisch benefiticium inventarii) zu erstellen, um den Nachfolger vor einer Überverschuldung des Erbes zu schützen[2], nachdem die Nachfolger bis dahin unbeschränkt für die Nachlassschulden haften mussten. 3 Durch das neue Gesetz konnte der Thronfolger seine Haftbarkeit für die Verbindlichkeiten des Testators gegenüber dem Nachlassvermögen begrenzen.

Zu diesem Zweck musste der Erben innerhalb von 30 Tagen nach der Erbfolge mit der Inventur des Erbes begonnen werden. Im späten Mittelalter erschien das Inventar zum ersten Mal in Deutschland in der Nürnberger Stadtrechtsreform von 1479/1484, die es zum "Namen und zur Darstellung von habe" erklärt. In der Würmerreform von 1498 wurde "inventari machen" gewählt, in der Reform in Frankfurt am Main (1509) und im Freiburger Städtegesetz (1520) wurde der Begriff "inventarium machen" verwendet.

1526 erschien das Stichwort "inventari" zum ersten Mal als Adressbuch des "haab und guet". 4} In dieser Weise enthielt das Inventar den ganzen Nachlass eines Mitbürgers. Sein ausschließlicher Gebrauch als Grundbuch wurde 1494 geändert, als der italienische Matheatiker Luca Pauli von jedem Händler forderte, sein Geschäft mit einem gründlichen Inventar (italienisches Erfinderverzeichnis) zu gründen, indem er "zuerst auf ein Arbeitsblatt oder in ein spezielles Fachbuch schreibt, das seiner Meinung nach in der ganzen Weltgeschichte in Bezug auf Liegenschaften und bewegliche Güter gehört".

5} Im dritten Teil seiner Abhandlung stellte Pazoli eine exemplarische Stichprobe eines Bestandsverzeichnisses mit all seinen Anforderungen vor (italienischer formaler Befreiung mit tutte sue soleennité in l'inventario requisite). 6] Es beinhaltete auch Verbindlichkeiten und Verbindlichkeiten, letztere unterteilt in Schuldner "von gutem Vermögen " und Schuldner "von schlechtem Vermögen ". Pazifisten erkannten bereits, dass das Inventar das Geschäft beeinträchtigen könnte.

In der Geschichte der Rechtsprechung wurde das Konzept der Inventur mit zwei verschiedenen Inhalten versehen, und zwar mit der Charakteristik des Immobilienvermögens und des Gesellschaftsvermögens. Im Zuge der bevorstehenden Neuordnung des Zivil- und Wirtschaftsrechts war es naheliegend, dem Inventurbegriff in beiden Rechtsbereichen eine andere Bedeutung zuweisen. Die Motive zum BGB von 1888 besagen, dass der im Mietrecht in 535 BGB verwendete Terminus "Inventar" generell nachvollziehbar sei und keiner Klärung bedarf.

Die Inventur hat das BGB im Jänner 1900 auch im Rahmen der Vererbung als Grundbuch übernommen. Gemäß 1993 BGB ist der Erben befugt, dem Erbschaftsgericht ( "Nachlassgericht") eine Liste des Vermögens (Inventar) vorzulegen. Nach dem im Jänner 1900 parallel zum BGB in Kraft getretenen HGB wurde in 40 Abs. 4 HGB a. F. für alle Gesellschaften verlangt, dass "bei der Erstellung des Verzeichnisses und der Vermögensübersicht alle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit dem Wert angesetzt sind, der ihnen zum Zeitpunkt der Erstellung zuzurechnen ist".

Das Handels- und Privatrecht verwendet unterschiedliche Begriffe für die Inventurdauer. In der Wirtschaftsliteratur wird das Inventar als Ergebnis der Inventurarbeit betrachtet, während das Wirtschaftsrecht auf dem Inventar basiert und es den Inventarisierten überlassen bleibt, eine Liste gemäß den rechtlichen Anforderungen zu erstellen. 18 ] Nach 240 Abs. 1 und 2 HGB hat jeder Unternehmer zu Anfang seiner Geschäftstätigkeit und danach am Stichtag eines jeden Geschäftsjahrs seine Immobilien, seine Außenstände und Verbindlichkeiten, die Höhe seiner liquiden Mittel und seiner anderen Vermögenswerte unter Angabe des Wertes der jeweiligen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten exakt zu erfassen.

"Unter " Exakt " versteht man die lückenlose und korrekte Erfassung aller Bilanzposten, wie sie sich aus 266 HGB ergaben. 19 ] Insofern können die gesetzlich vorgeschriebenen Klassifizierungsvorschriften der Konzernbilanz in das Inventar aufgenommen werden. Die Inventur muss den Anforderungen des 239 HGB entsprechen, wobei die Unterlagen vollständige, genaue, zeitnahe und ordnungsgemäß sein müssen. Für die Vorräte gilt diese Regel, die für die Handelsbücher gilt, entsprechend.

Aufgrund der Zugehörigkeit zu den Bilanzbelegen unterliegen die als Druckerzeugnisse oder auf Datenträger gelagerten Bestände gemäß § 257 Abs. 1 Nr. 1 HGB einer Aufbewahrungsfrist von zehn Jahren. Wenn das Inventar nicht nur geringfügige Form- oder Sachmängel aufweist, ist die Buchhaltung nicht als ordnungsgemäß zu betrachten ( R 6. 3 Abs. 4 EStR), und die darauf basierende Rechnungslegung ist null und nichtig. In diesem Fall wird die Buchhaltung nicht als solche angesehen.

Mit einer Inventur wird auch die gesamte Existenz von Vermögensgruppen in einem Zimmer (Inventar bei Büchern), auf einer Immobilie (Immobilieninventar) oder dem Accessoire von Unternehmen verstanden. Bei Vermietung einer Immobilie mit Inventar ist der Mieter nach 582 BGB verpflichtet, die Bestandsgegenstände zu pflegen und nach Ablauf des Vertrages zurückzugeben (§ 582a Abs. 3 BGB).

98 BGB macht deutlich, dass die Bestandsaufnahme eines Gewerbebetriebs und die für den Betrieb bestimmten Geräte und Nutztiere, die Agrarerzeugnisse und der im Betrieb erhaltene Kunstdünger Teil des Zubehörs sind. Sie ist eine Objektversicherung für Firmen und auch bekannt unter den Bezeichnungen Handelsversicherung, Content-Versicherung oder BU-Versicherung.

Die Versicherung kann den gesamten oder einen Teil des Inventars eines Betriebes abdecken. Mit der Bestandsversicherung werden die versicherten Verluste zum Rückgabewert ausgetauscht, so dass der Garantienehmer im Falle eines Versicherungsfalls eine Entschädigung erhalten kann. 191 Abs. 1 HGB schreibt in Österreich die Erfassung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten auch zum Ende des Geschäftsjahrs vor (§ 191 Abs. 2 UGB).

Die Inventur ist daher eine Liste aller Vermögenswerte, die zum operativen Geschäft des Unternehmens gehören, einschließlich der Schulden, mit einem Hinweis auf alle Warenwerte. Die buchhalterisch tätigen Gesellschaften in der Schweiz sind gemäss Artikel 958c Abs. 2 OR verpflichtet, das Vorhandensein der Einzelpositionen in der Jahresrechnung und im Konzernanhang durch ein Inventar oder auf andere Weise nachweisen.

Das Inventar und die Erstellung des Verzeichnisses richten sich nach dem Prinzip der ordnungsgemässen Buchführung gemäss Artikel 662a des Schweizerischen Obligationenrechts, insb. nach den Prinzipien der Vollzähligkeit, Übersichtlichkeit und Sorgfaltspflicht. Gemäß IAS sind keine Bestände zu nennen und die Bestände mit Fokus auf die Wertermittlung zu bilanzieren.

Diese Eröffnungsklausel stellt auch sicher, dass der Bestand nach IFRSStandard erfasst wird.

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