Netzwerkanalyse

Netzanalyse

Allgemeines Allgemein Bei der Analyse sozialer Netze werden die Zusammenhänge zwischen den Beteiligten in einem Netz erörtert. Es handelt sich um einen interdisziplinären Forschungsansatz, der dazu dient, verschiedene Netze in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen zu untersuchen. In den Sozial- und Verhaltensowissenschaften sowie in der Betriebswirtschaft und Politikwissenschaft wird die Social Network Analysis fächerübergreifend eingesetzt. Es geht um die Beziehung zwischen den Beteiligten, die Einzelpersonen, Unternehmen, Vereine oder ganze Staaten sein können[Wassermann, Faust 1999, S. 3 ff.

].

Hierbei werden unterschiedliche und je nach Forschungsdisziplin unterschiedliche Charakteristika sozialer Netzwerke untersucht und anschliessend ausgewertet. Statt der Eigenschaften der einzelnen Beteiligten stehen ihre Bezüge zueinander im Mittelpunkt, z.B. kommunikative Bezüge oder Bezüge und Rollen, die die geringste Einheit der Analyse ausmachen. Die Analyse sozialer Netzwerke zielt darauf ab, Bindungsmuster zwischen den Beteiligten zu entdecken und zu interpretieren[de Nooy et al. ¬ 2011, S. 5].

Derzeit werden verschiedene Gemeinschaften im World Wide Web (WWW), vor allem soziale Netze, im Rahmen der Analyse sozialer Netze miteinbezogen. So werden z.B. im Rahmen der Unternehmenstheorie die Zusammenhänge zwischen Arbeitnehmern oder mehreren verwandten Unternehmen und im Rahmen der Sozialwissenschaften die individuellen Interdependenzen zwischen den Gesellschaftsschichten erörtert. Das Aufkommen der Social Network Analyse geht auf verschiedene Entwicklungswege sowie auf Disziplinen und Forschungsgebiete zurück.

Georg Simmel zählt zu den Pionieren der Social Network Analysis und hat zum ersten Mal am Ende des achtzehnten und Anfang des neunzehnten Jahrhundert versucht, die Beziehungsmerkmale von Einzelpersonen in Social Networks zu ergründen. Ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Harvard University untersuchte im selben Zeitabschnitt die persönlichen Bindungsmuster und informellen Konzernbeziehungen.

Dabei wurden, ausgehend von den beiden anderen Entwicklungsrichtungen, die Struktur und die Beziehung von Stämmen und Gemeinschaften untersucht. Das Aufkommen der Social Network Analysis als differenzierter Methoden- und Theorieansatz, der die verschiedenen Richtungen der Entwicklung vereint, fand Anfang der 1970er Jahre statt[Jansen 2006, S. 37 ff; Scot, CARRONTON 2011, S. 3]. Auf dem Gebiet der Analytik und Berücksichtigung von Social Networks gibt es einige Grundbegriffe, die für die Auseinandersetzung mit der Social Network Analysis wichtig sind.

Es handelt sich um Schauspieler, Relationen, Dyaden, Triaden, Gruppen, Untergruppen, Relationen und Netzwerke[Wassermann/Faust 1999, S. 17 ff.]. Beteiligter: Die Nodes des zu prüfenden Netzwerks, deren Zusammenhänge und Konsequenzen im Zuge der Social Network Analyse betrachtet werden, werden als Beteiligte bezeichnet. Hierfür werden die Nodes des zu prüfenden Netzwerks als AkteurInnen betrachtet. Als Beteiligte kommen z.B. Personen in einer Personengruppe, Bereiche einer Unternehmensgruppe oder ganze Bundesländer in Frage.

Verknüpfungen: Sie sind durch eine inhaltlich, inhaltlich, inhaltlich und formal unterschiedliche gesellschaftliche Bindung verbunden. Beziehungsbeispiele sind z. B. menschliche Zusammenhänge (Freundschaft, Achtung, etc.), Zugehörigkeiten (Verbände, Fachbereiche, etc.), formelle Machtverhältnisse (Autorität, Vorgesetzte, etc.) oder körperliche Zusammenhänge (Flüsse, Strassen, etc.). Färbung: Eine Färbung ist eine Verknüpfung oder Relation zwischen zwei Beteiligten und damit die kleinstmögliche Maßeinheit in der Analytik von sozialen Netzwerken.

Dreiergruppe: Die Dreiergruppe stellt die Verknüpfung von drei Beteiligten mit allen denkbaren Zusammenhängen und Verhältnissen dar. Wie der Dyad wird er oft im Zusammenhang mit der Erforschung eines Gesamtnetzes gesehen. Group: Eine Group umfasst alle Beteiligten, deren allgemeine Zusammenhänge in einem Gesamtnetzwerk berücksichtigt werden sollen. Subgruppe: Eine Subgruppe von Beteiligten eines Gesamtnetzwerks und deren Zusammenhänge können in Subgruppen untergliedert werden.

Beziehung: Die Zusammenstellung von Relationen eines gewissen Typus, unter den Beteiligten einer Gruppierung, wird als Beziehung bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Beziehung. Netz: Der Fachbegriff Netz oder Gesamtnetz umfaßt alle als Netz definierten oder abgegrenzten AkteurInnen, Gruppierungen und Beziehungen[siehe auch Rürup et al. 2015, S. 23]. Es gibt im Bereich der Social Network Analyse einige Maßnahmen und Netzwerkanalysekonzepte.

Beispielsweise können hier "Zentralität" und die damit verbundenen Begriffe "Zwischenraum" und "Nähe" sowie "Reichweite" erwähnt werden[Jansen 2006, S. 127 ff. ]: Zentralität: Zentralität: Sozialität gibt die Hervorhebung eines Schauspielers in einem Netz an. Man geht davon aus, dass ein Schauspieler mit vielen Bezügen zu anderen Schauspielern präsent ist und eine wichtige Funktion im Netz hat.

Zwischenräume: Zwischenräume sind der Umfang, in dem ein Schauspieler auf der schnellsten Verbindungslinie zwischen anderen Mitwirkenden ist. Er gibt die Abhängigkeiten anderer Beteiligter vom jeweiligen Beteiligten an. Proximity trägt den direkten und indirekten Verhältnissen zwischen den Beteiligten Rechnung und spiegelt die räumliche Nachbarschaft eines Beteiligten zu allen anderen Beteiligten im Netz wider.

Reichweiten: Die Reichweiten geben an, inwieweit die Beteiligten andere Beteiligte im Netzwerk ansprechen können. Im Rahmen der Untersuchung von sozialen Netzwerken müssen die entsprechenden Informationen auf der Grundlage des Untersuchungsgegenstandes im Voraus erlangt werden. Ein besonderes Merkmal ist die exakte Begrenzung und Festlegung des Netzwerks. Erst wenn alle maßgeblichen Beteiligten und ihre Zusammenhänge identifiziert sind, kann eine sinnvolle Bewertung durchgeführt werden.

Für kleine Netzwerke ist z.B. eine Untersuchung durch Beobachten möglich. Ein weiteres wesentliches Befragungsverfahren ist die Frage der Akteure bei Einzelpersonen. Es gibt auch Erhebungs- und Demarkationsverfahren, die spezifisch oder überwiegend in der Social Network Analyse eingesetzt werden. Eine Studie mit so genannten Namensgenerierern und Interpreten soll umfassende Verzeichnisse der mit einem Schauspieler verbundenen Akteure generieren[Jansen 2006, S. 69 ff.].

Sociogramme, in denen die Theorie der mathematischen Grafik angewendet werden kann, und Matrizen[Jansen 2006, S. 91 ff.] sind für die Untersuchung von sozialen Netzwerken geeignet. Sociogramme bilden Netze graphisch ab. In ihnen werden die AkteurInnen als Punkt oder Knötchen und die Zusammenhänge zwischen ihnen als Linie repräsentiert. Zusätzlich zum Soziogramm können Netzdaten auch als Matrize in einer so genannten Soziomatrix oder Zugehörigkeitsmatrix wiedergegeben werden.

Sowohl die Reihen als auch die Säulen der Soziomatrix stellen die Akteurinnen und Akteurinnen des Netzwerkes in einer Quadratmatrix dar. In Partnermatrizen stehen die Beteiligten in der Schlüsselspalte und die Zugehörigkeiten in der Titelzeile. Es gibt unterschiedliche Software-Produkte für die Analytik, Repräsentation oder Stimulation von Social Networks, die es erlauben, Social Networks verschiedener Größenordnungen mit verschiedenen Zielen zu durchleuchten.

Die meisten Artikel besitzen mathethische und statische Funktionalitäten, die auf das entsprechende Netz angewendet werden können. Für die Abbildung des Netzwerks stehen in der Regelfall auch unterschiedliche Visualisierungsoptionen zur Verfügung. Bei wissenschaftlichen Anwendungen sind die Programme UCINET, CINET oder Statistik übliche Programme zur Auswertung von sozialen Netzwerken. Social Network Analysis wird in vielen Wissenschafts- und Praxisbereichen eingesetzt.

Derzeit werden zunehmend im Rahmen des Web 2.0 auf Sozialsoftware basierende Sozialnetzwerke und Gemeinschaften wie Xing oder WLAN erkundet. Die Analyse sozialer Netze wird zunehmend auch in Unternehmen eingesetzt, um Informationsträger oder nicht offizielle Führungskräfte zu ermitteln. Die Analyse sozialer Netze wird auch in der Weltfriedensforschung, bei der Erforschung der Verbreitung von Neuerungen oder Erkrankungen sowie bei der Beobachtung von Wanderungsbewegungen eingesetzt, was die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten dieser Untersuchungsmethode unterstreicht. de Nooy, Wörther; Mrvar, Andrej; und Batagelj, Vladimir: Explorative Sozialnetzwerk-Analyse mit Pajek.

Cambridge University Press: Cambridge 2011 Jansen, Dorothea: Introduction to Network Analysis - Basics, Methods, Applications. SAGE-Publikationen: London 2011 Rürup, Matthias; Robken, Gebr. H.; Emberich, Marcus; Dunkake, Imke: Bildungsnetzwerke - Eine Einleitung in ihre Analysen und ihr Design.

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