Saas Fee Bergbahnen Preise

Saaser Bergbahnen Preise

Dabei gilt die Hälfte des aktuellen Fahrpreises. Nun gehen die Walliser Bergbahnbetreiber einen mutigen Schritt. Der Kunde muss zustimmen, eine Saisonkarte zu diesem Preis zu kaufen.

Skilaufen für CHF 222 - wenn 100'000 mitmachen: Saas-Fee bietet massive Ermässigungen auf Saisonkarten.

Skifahren für eine ganze Skisaison für 222 Francs. Nur im berühmten Wintersportzentrum Saas-Fee VS. Das ist der Deal: 100.000 Kundinnen und Käufer müssen zustimmen, eine Abonnement zu diesem Tarif zu erwerben. Konzipiert wurde die Konzeptidee von der Betreiberfirma Bergbahnen Sas-Fee. Die wollen sich gegen die Österreicher behaupten, die mit günstigen Tarifen die schweizerischen Schifahrer und Boarder auf ihre Piste lockt.

Die Preise entsprechen in etwa denen von drei Tagestickets. Zur Veranschaulichung: Das wöchentliche Ticket ist ab 419 Francs erhältlich, zwei Wochentermine kosteten 656 Francs.

Die Bergbahnleiterin als revolutionäre SCHAFHAUSER NEWS

"Der Walliser Wahnsinn": Mit der Absicht, das Winterabonnement der Saastaler Bergbahnen für 222 statt 1050 Francs zu offerieren, machte der Walliser Schneesportort im vergangenen Jahr für große Furore. Um dieses Angebots - die Wintercard - zu realisieren, musste eine bestimmte Mindestanzahl von Wintersportlern an einer Online-Kampagne teilnehmen.

Bei Erreichen der Anzahl von 75'000 vertriebenen Abonnements haben die Bergbahnen Saas die Kampagne für rechtsgültig erklärt. Derzeit ist der " Irrsinn " bereits im zweiten Schnee im Gange. Das Konzept ist die Erfindung eines Schaffhausers: Der CEO und Delegierte des Verwaltungsrates der Bergbahnen AG Rainer Flaig. "â??Die Industrie ist dabei, ihre Preise zu zerstörenâ??, bemaengelt Philipp LÃ?tolf, Professor fÃ?r Wirtschaftswissenschaften an der Fachhochschule Luzern. Einerseits ist er im Begriff, die Preise zu zerstören.

"â??Die supergünstige Jahreskarte der Saaser Bergbahnen birgt die Gefahr eines Preiskampfes zwischen den schweizerischen Skiorten in sich. "Am Ende würde jeder wieder etwa die gleiche Anzahl von Gästen haben, aber weniger Einkommen - und finanziell schlechter sein", sagt der Wirtschaftswissenschaftler. Andere Bergbahnen haben bereits darauf hingewiesen und die Preise herabgesetzt. "Auch in der zweiten Staffel sind wir auf einem guten Weg", sagt Flaig, der die Kampagne in den kommenden Jahren fortsetzen will.

Längerfristig erwartet er, dass pro Jahr zwischen 55 000 und 75 000 Dauerkarten pro Monat und Monat angeboten werden. Saas-Fee konnte mit der Wintercard die Zahl der Skitage um mehr als 50 Prozentpunkte erhöhen - von 330'000 im Sommer 2015/16 auf über 500'000 in der vergangenen Zeit. Bislang sind die Einnahmen der Bergbahnen selbst nicht in gleichem Maße angestiegen, da die Umsatzzuwächse durch die gestiegenen Aufwendungen, zum Beispiel für Reklame und Ladenbau, fast aufgezehrt wurden.

Nichtsdestotrotz ist Flaig optimistisch, dass er in diesem Jahr wieder in die Gewinnzone zurückkehren wird - zum ersten Mal seit sechs Jahren. Nach der Wintercard geht die Zahl der Wintergäste dramatisch zurück. Bei Saas-Fee mit rund 8'000 Betten ist die Zahl der Übernachtungen in den vergangenen zehn Jahren stark gesunken: von 1,4 Mio. auf rund 900'000. Flaig erläutert dies mit dem Wechselkurs des Schweizer Frankens, der in dieser Zeit gegenüber dem E Zloty viel stärker geworden ist.

Während vor zehn Jahren noch rund 60 Prozentpunkte der Winterbesucher aus dem übrigen Europa kamen, sind es in den vergangenen Jahren gut 35 Prozentpunkte gewesen. "â??Wir mussten uns selber neugestaltenâ??, sagt er. In diesem Zusammenhang wurde das Strategieprojekt Wintercard erarbeitet. Flag und seine Kameraden überließen wenig dem Schicksal.

"â??Wir sind nicht nur dorthin gegangen und haben ein Dumpingangebot gemachtâ??, sagt Flaig. So wäre das Vorhaben beispielsweise nicht möglich gewesen, wenn Saas-Fee im Einzugsbereich einer Grossstadt gelegen wäre, weil dann die Hänge an Hochzeiten stark belastet wären und die Strassenqualität nicht mehr gewährleistet werden könnte. Die Preisgestaltung wurde bewusst so gestaltet, dass sich der Kauf des Abonnements nach drei Tagen rechnet - die Tagestarifkarte kostete in Saas-Fee noch 73 Francs.

Ziel des Marketingkonzeptes war es in erster Linie, mehr Gäste für Übernachtungen im Valais zu gewinnen, die einen Mehrwert für das Saaletal schaffen würden. "â??Wir haben unterschiedliche verhaltensökonomische Fragestellungen sorgfÃ?ltig untersuchtâ??, sagt Flaig. "Sie müssen etwas für die Produktqualität tun, sonst sind Sie nicht mehr auf dem Markt", sagt Flaig. Bei ihrem Börsengang im Spätherbst 2016 stieß Saas-Fee auf grosse Zustimmung.

Flaig hatte das Marketing-Budget für die Kampagne stark erhöht: Früher mit rund CHF 250'000 pro Jahr, hat es sich inzwischen mehr als verzehnfacht. In den letzten Jahren hat sich das Budget für die Kampagne verdoppelt. "Wir konnten so eine große Dynamik im Gesamtmarkt erzielen", sagt Flaig. Im Jahr 2017 wurde Saas-Fee vom Schweizerischen Verband der Online-Werbebranche IAB zum Digital Marketer des Jahres gewählt.

Mit der Wintercard ist es vor allem möglich, die Wintercard direkt im Netz zu nutzen. "â??Ich wusste vorher nichts Ã?ber meine GÃ?steâ??, sagt Flaig. Bereits zwei Jahre vor der Wintercard hatte Saas-Fee eine eigene Buchungs- und Erlebnisposition im Netz eingerichtet. "â??Wir sind nach der Firma Lax das zweite Ziel, das die digitale Umsetzung wirklich angenommen hatâ??, ist Flaig Ã?berzeugt. "Sie wissen, wie betagt die Gästeschaft ist, woher sie kommt und wie oft sie im Schigebiet auftritt.

Die kritische Reaktion auf die Markteinführung der Weihnachtskarte gleicht Flaig mit dem Widerstandvermögen, das Swatch-Gründer Nicolas Hayek in den 1980er Jahren erfahren hat, als er eine billige Quarz-Uhr im Reich der Luxusuhren einführte. "â??Die Ã-sterreicher haben uns im Schneesport vertrieben - mit einer Kraft, die mich zum Nachdenken brachteâ??, sagt Flaig. Die Schweiz hat zu lange nur ihre eigene Eigenschaft betont - und das hat seinen Selbstzweck.

Dies sei zu einem paralysierenden Lehrsatz geworden, so Claig. "â??Wir akzeptieren es schlicht und ergreifend, wenn die Schweiz im globalen Vergleich des Tourismus das schlechteste Ergebnis vorweisen kannâ??, kritisiert er. Durch die sorgfältige Präparation ist es ihm nun in Saas-Fee zu einem gewissen Freiheitsschlag gekommen. Für Wintersportbegeisterte in Saas-Fee hat die Wintercard neben den Kosteneinsparungen auch einen zweiten Effekt: Das Risiko der Frustration auf den Pisten ist geringer geworden.

"Bereits im vergangenen Herbst ist die Anzahl der Beschwerden stark zurückgegangen", sagt der Bergbahngeschäftsführer. Abgesehen vom Gästemangel hatten die Saastal-Bergbahnen - wie viele ihrer Konkurrenten - auch Strukturprobleme. In Saas-Fee hat das Unternehmen seit seiner Lancierung im Jahr 2010 bereits vier Effizienzsteigerungsprogramme aufgesetzt. "Heute sind wir in Bezug auf die operativen Kosten eine der leistungsfähigsten Bergbahnen", sagt er.

Auf der einen Seite ist das Untenehmen sehr gut organisiert, auf der anderen Seite hilft die Topographie: "Weil das Schigebiet relativ hoch und teilweise am Eis ist, muss Saas-Fee viel weniger Schnee machen als andere Regionen. "Der Beschneiungsaufwand macht heute schon knapp 25 Prozentpunkte der Ausgaben in bestimmten Wintersportorten aus", sagt Flaig.

Insofern ist der Standort Saas-Fee wesentlich leistungsfähiger als beispielsweise in Lenzheide, wo Flaig von 2002 bis 2010 Geschäftsführer der Bergbahn war. Nicht nur für die Bergbahnen der Saastalier ist die aktuelle Jahreszeit wegen der Wintercard unruhig - auch das Klima trug dazu bei. "â??Wir können nicht mehr als eine Schneekanone findenâ??, sagt Flaig.

"Der Schaden ist enorm", sagt Flaig. Darüber hinaus hat das Bergbahn-Team in diesem Jahr bereits viele Sprengungen durchlaufen. Zwischen 2,3 und 6,8 t Sprengstoffe werden pro Monat eingesetzt, verglichen mit 3,8 t in der aktuellen Zeit. Er ist in der Schweiz in der Schweiz geboren.

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