Wartung von Software

Softwarewartung

Literaturwissenschaft Software-Wartung bezieht sich auf alle Aktivitäten, die nach der EinfÃ??hrung eines Software-Systems dessen VerfÃ?gbarkeit und Benutzerfreundlichkeit gewÃ?hrleisten oder die Nutzungsdauer der Software verlÃ?

Dazu zählen neben der Fehlersuche auch der Funktionserhalt und die Funktionsoptimierung sowie Verbesserungsmaßnahmen (z.B. Leistungssteigerung). Unter Wartung versteht man im Alltag die Säuberung, Wartung, laufende Wartung (Reparaturen) und präventive Wartung (Verschleißschutz) von Anlagen und Apparaten.

Der Begriff der Wartung im Sinne des Ersatzes von alten, abgenutzten Teilen entfällt jedoch bei Software. Die Wartung umfasst hier die Fehlerbehebung und die Adaption an Veränderungen in der Umgebung oder neue Benutzeranforderungen. Software-Wartung bezeichnet alle Aktivitäten, die die Funktionsfähigkeit und Benutzerfreundlichkeit eines Software-Systems nach dessen EinfÃ??hrung gewÃ?hrleisten oder die Nutzungsdauer der Software verlÃ?

Hinzu kommen die Gesamtausgaben, die nach der Übertragung oder Inbetriebnahme der Software anfallen. Die Zeit- und Kostengesichtspunkte ermöglichen es jedoch, den Wartungsaufwand niedrig zu halten. In diesem Fall ist der Wartungsaufwand minimal. Allerdings wurde in der Fachliteratur ein Wartungsverständnis, das sowohl Extensions als auch Bugfixes beinhaltet, mehrmals beanstandet. Daher wird ein unterschiedliches Softwarewartungsverständnis angeregt, in dem in fünf Pflegekategorien unterteilt wird[vgl. Lehner 1991]: Corrective Maintenance, also die tatsächliche Notfallpflege, d.h. die Korrektur von zunächst unentdeckten Fehlern, die nur beim Gebrauch der Software auftauchen.

Adaptionspflege, d.h. die Anpassung der Software an eine sich ändernde Umgebung, z.B. Betriebssystemwechsel, neue Hardwaresysteme, sich ändernde rechtliche Vorschriften oder Normenänderungen. Perfektionierung der Instandhaltung, d.h. Leistungssteigerung im Sinn von Leistungssteigerung, aber auch die Umstrukturierung des Gesamtsystems mit dem Bestreben, zukünftige Wartungskosten zu senken.

Support und Supervision; dazu gehören Trainingsmaßnahmen für Anwender, Hilfe bei Betriebsproblemen, Abklärung von Fehlersituationen, Leistungsmessungen, Koordinierung von Instandhaltungsmaßnahmen, etc. Dabei sind die Gründe für die Wartung (z.B. Softwarefehler, rechtliche Änderungen) und die Faktoren, die den Instandhaltungsaufwand beeinflussen (z.B. Softwarequalität), eng miteinander verknüpft. Es wird eine Unterscheidung empfohlen, da die Gründe zwar die unmittelbare Ursache für die Instandhaltungsaktivitäten sind, der tatsächliche Instandhaltungsaufwand aber durch andere Einflußfaktoren wie z.B. Dokumentationen, Strukturierungen oder Komplexitäten der Software beeinflußt wird.

Ein wichtiger Faktor in den Betrieben ist auch das Quotient aus Wartungskosten und neuer Softwareentwicklung. Diese Quote wird oft als Indikator für das Innovations-Verhalten eines Betriebes angesehen. Häufig wird der mittlere Instandhaltungsanteil zwischen 20 und 30 Prozent geschätzt. Allerdings wird davon ausgegangen, dass der de facto Unterhaltsanteil höher ist.

Die Ursachen können in einem falschen Wartungszeitraum und in falschen Angaben über die Instandhaltungsaktivitäten bestehen. Der auch in der Fachliteratur weit verbreitete Standpunkt, dass der Instandhaltungsanteil im Vergleich zur Neuentwicklungen immer größer wird, kann in der Regel nicht durch genauere Untersuchungen nachgewiesen werden. Nicht nur die Instandhaltung selbst, sondern auch die zur Verfügung stehende personelle Kapazität, die Personaleinsatzplanung sowie die Trennung zwischen Neubau und Instandhaltung sollen zur Erläuterung der Instandhaltungsaufwendungen mitwirken.

Impirische Forschungen haben gezeigt, dass das Zusammenspiel von Instandhaltung und Neuentwicklungen weder konstant noch regelmäßig konstant ist[Lehner 1991]. Arbeiten, die sich mit dem Themenbereich Softwarepflege beschäftigt haben, haben gezeigt, dass Instandhaltungsmaßnahmen einen größeren Prozentsatz des IT-Budgets erfordern als neue Softwareentwicklungen. Für die Adaption des Equipments an neue Erfordernisse oder veränderte Umgebungsbedingungen entsteht ein großer Teil der Instandhaltungskosten.

Grafik 1 veranschaulicht den Kostenanteil der einzelnen Instandhaltungsmaßnahmen. Die möglichen Gründe für diese Aufteilung können durch den Arbeitsaufwand für das Verständnis von Änderungsanfragen und die Untersuchung der Auswirkungen von Änderungen gerechtfertigt werden[vgl. Vgl. dazu auch die Ausführungen in der Zeitschrift ÈSommerville 2011, S. 244]. Der Wartungsaufwand erlaubt keine direkten Rückschlüsse auf die erreichte Effekt.

Das heißt, dass sich die Bewertung der Instandhaltungsaufwendungen letztendlich an den Zielen des Unternehmens und der unternehmensspezifischen Situation orientieren muss. Im heutigen Geschäftskontext wird Softwarewartung daher nicht nur als technische Softwareaufgabe, sondern auch als Führungsaufgabe aufbereitet.

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